Mit dem Elektroauto vom Ruhrgebiet nach Südfrankreich

Lautlos unterwegs

  Ein Experimentalreise-Bericht aus der Zukunft

 von Wolfgang Papenberg und Michael Skirl, Sommer 2016

Hier finden Sie einige Leseproben aus dem am 30. Januar 2017 erschienenen Buch. Es ist nur noch über mich, ggf. auch in Einzelfällen über den Buchhandel zu beziehen.

Das Buch kostet nur noch 10,- € statt früher 16,- €

Aktuelle Infos zur Ergänzung des Buchs findet man unter "Aktuelles"


Viele neue Infos zu Ladestationen, Betreibern und Zugängen hier.


Reise von Unna am östlichen Rand des Ruhrgebiets nach Barjac in Südfrankreich

Leider hatten sich einige Fehler und versehentliche Auslassungen in der ersten Textversion eingeschlichen, sodass nun erst die korrigierten Teile zu lesen sind. Wir bitten um Verständnis.Auch sind die unterstrichenen Worte nun mit Internetlinks versehen, damit es einen leichteren Zugang zu weiteren Informationen gibt.

Auto:Renault Zoé Intense Z.E.40, 68 kW, Zulassung: 4/2017, bisher gefahrene km: ca. 30.000
Dies ist das Nachfolgemodell der in dem Buch "lautlos unterwegs" behandelten Zoé, siehe Foto oben rechts. Zu den technischen Details und Fachausdrücken siehe oben unter "Nachbemerkungen" --> "Glossar".


Lautlos unterwegs 2.0

vom 20. bis 28. Januar 2020

Der 1. Reisetag

Die Experimental-Reise der Autoren mit dem E-Mobil von Unna im Ruhrgebiet nach Barjac im Departement Gard in Südfrankreich aus dem Sommer 2016, dokumentiert im Reisebericht „Lautlos unterwegs“ aus dem 3-Punkte-Verlag Duisburg 2016, liegt nun mehr als dreieinhalb Jahre zurück. Zudem hatte Wolfgang die damals benutzte weiße Zoé von Renault mit 22 kWh-Akku durch eine bordeaux-rote mit 41 kWh-Akku (Nachfolgemodell Erstzulassung 4/2017, Modell R90 mit 68 kW = 92 PS) ersetzt. Danach lag nichts näher, als eine Wiederholung der Abenteuerreise zu unternehmen. Äußerer Anlass, um nicht zu sagen: Vorwand, für die Autoren war die Sorge um ihre Ferienhäuschen im Süden, die sie beide schon seit Monaten nicht mehr aufgesucht hatten.

Das Design dieses neuen Projekts lässt sich in etwa so umreißen:

Überprüfung der Weiterentwicklungen in der Praxis, also:

1. Wie wirkt sich die fast doppelte Akku-Leistung aus?

2. Wie weit ist der Ausbau des Ladesäulennetzes, insbesondere der Ladesäulen für beschleunigte Ladung (22 kW)?

3. Wie sieht es heute mit der Zuverlässigkeit der Funktion der Ladesäulen aus?

4. Gibt es inzwischen eine Vereinfachung der seinerzeit noch komplizierten Bezahlsysteme?


Demgegenüber Fahrt im Winter, also:

1.   geringere Akkuleistung wegen der niedrigen Temperaturen

2.   ebenfalls witterungsbedingte langsamere Ladung

3.   mehr Verbraucher durch Heizung, Licht usw.

4.   als völlig neues Handicap: ein dritter Mitreisender, Dr. Rolf Jansen, wie Michael auch jenseits seines Idealgewichts

5.   Mehrgepäck wegen Winterausstattung


Zielplanung für zumindest den ersten Reisetag:

1.   soweit wie irgend möglich kostenlose Ladestationen nutzen

2.   möglichst keine gebührenpflichtigen Autobahnabschnitte nehmen

3.   Erste Zwischenübernachtung in Rouvres-en-Xaintois/Lothringen

So kam es am Montag, dem 20. Januar 2020, gegen 08.20 Uhr zum Aufbruch unserer drei Reisenden aus Unna, die mitsamt ihrem winterlichen Reisegepäck die Ladekapazität der Zoé an ihre Grenzen brachten. Die Anzeige der zum Bersten aufgeladenen Zoé mit einer angegebenen Reichweite von ca. 400 km nach NEFZ (300 km hält Renault selbst für realistisch bei zurückhaltender Fahrweise und im Sommer) wies konkret eine solche von 219 km aus. Für die Reisenden war dies eine erste kleine Enttäuschung, ein wenig herb auch Wolfgangs Entscheidung, trotz einer Außentemperatur von 3° C zugunsten der Reichweite, die Heizung, einen Verbraucher von immerhin permanent bis zu 2 kW, ausgeschaltet zu lassen. In diesem Zusammenhang ließ Rolf, der neue Mitreisende, seine Kompagnons wissen, dass er – durch entsprechende Hinweise von Wolfgang gewitzt – vorsorglich lange Unterhosen angelegt habe.

Die Fahrt verlief trotz abklingenden montäglichen Berufsverkehrs glatt: kurze Zähflüssigkeit auf der A 1 bei Volmarstein und vor dem Kreuz Leverkusen, problemlose Passage der Baustelle auf der Rheinbrücke. Das Wetter blieb auch im Rheinland hochneblig und mit 2° C überraschenderweise noch kühler als in Westfalen.

In Erftstadt-Liblar gab es nach 120 km um 10.22 Uhr bei 54% Rest-Ladung angesichts des nunmehr anstehenden Eifelanstiegs eine kostenlose erste Zwischenladung bei einem Lebensmitteldiscounter.

Nach 40 Min. ging es mit einer neuen Rest-Reichweite (im Folgenden: RRW) von 187 km weiter, ab dem Ende der A 1 bei Blankenheim auf der B 51 in Richtung Trier.

Ab Mittag hob sich der Hochnebel, eine erste schüchterne Sonne zeigte sich, bei allerdings 0° C. Nach einem ungeplanten Zwischenhalt an einer Tankstelle zur Auffüllung des Scheibenwaschwassers erreichten die Reisenden Bitburg. Dort suchten sie vergeblich eine im Internet bei ChargeMap als kostenlos angezeigte Ladestation Am Markt 5, fanden sie trotz der Hilfe von Passanten nicht, wahrscheinlich wegen einer derzeit dort befindlichen Baustelle. Schließlich steuerten sie dann die ihnen aus 2016 schon bekannte Station der Kreissparkasse Bitburg-Prüm an, die zwar im Internet bei ChargeMap als „kostenpflichtig“ angekündigt war, sich aber als nach wie vor kostenlose Lademöglichkeit herausstellte. Bei einer RRW von 62 km (= 25%) begann die Ladung. Zum Dank für diese schon öfter genutzte Lademöglichkeit übergab Wolfgang im Servicebereich der Sparkasse ein Exemplar des Buchs „Lautlos unterwegs“.

Zeitverlust bei diesem Ladevorgang durch Suchen: ca. 20 Min.

Nach einem Mittagsimbiss im Restaurant Louis Müller im Zentrum Bitburgs richteten die Reisenden um 14.35 Uhr mit 96% Ladung = 249 km RRW ihren Blick auf Luxemburg, zunächst mit einem kurzen Zwischenstopp beim Shop der Tankstelle Wasserbillig. Dort sollte für den Aufenthalt in Südfrankreich ein Kilo Kaffee, natürlich fair gehandelt und bio, gekauft werden. Schmunzelnd und hoch erhobenen Hauptes fuhren die Reisenden an den vorgelagerten Zapfsäulen mit den wartenden „Verbrennern“ vorbei. Danach machte sich bei einer RRW von 187 km und einer Entfernung von 170 km zur Zwischenübernachtung in Lothringen der luxemburgische Feierabendverkehr bemerkbar. Daher stand nun eine Zwischenladung an. Die Reisenden entschieden sich gegen 17.30 Uhr, nun schon in Frankreich angekommen für das Groß-Kaufhaus „Auchan“ in Nancy-Laxou mit einer gleichfalls kostenlosen Lademöglichkeit. Obwohl an der Doppel-Ladesäule ein anderes E-Mobil lud, wurde trotz vorschriftsmäßiger Anschlussprozedur Wolfgangs Z.E. Zugangspass von Renault/Bosch nicht erkannt; die Dame vom Empfang bzw. der Information des Kaufhauses schickte einen sehr freundlichen, letztlich aber hilflosen Mitarbeiter. Auch die von Zoés Bordcomputer angebotene und angefahrene Alternativ-Ladesäule bei Nissan im selben Gewerbegebiet war mit rot-weißem Flatterband umwickelt – alles klar?? Ein anderer Vorschlag des Navis hatte nur einen frankreichspezifischen Typ3-Anschluss, der für die Reisenden nicht zu nutzen war. Für eine weitere vorgeschlagene Ladestation hätte man zurückfahren müssen – undenkbar!

Zeitverlust bei diesen Suchvorgängen und dem Ladevorgang wegen nicht funktionierenden Zugangs: ca. 35 Min.

Unverrichteter Dinge und notgedrungen nahm Zoé wieder die – noch kostenlose – Autobahn unter die Räder. Um 18.34 Uhr erreichte sie die kostenpflichtige (allerdings nur 20 Cent/kWh) Ladestation bei dem Einkaufszentrum Leclerc, Centre E.Leclerc Allee 11, Dommartin-les-Toul, wo sie mit einer RRW von 60 km ankam.(korrigiert am 16.02.2020 12.00 Uhr)

  • Ladestation Leclerc_1
    Ladestation Leclerc_1

Bevor sie um 19.02 Uhr mit 48% Ladung (= RRW 134 km) weiterfuhren, benachrichtigte Wolfgang das zur Zwischenübernachtung vorgesehene Hotel „Burnel“ in Rouvres-en-Xaintois telefonisch, dass sich ihre Ankunft wohl auf ca. 20.00 Uhr verschieben würde - „pas de soucis, Monsieur“ – „kein Problem, mein Herr“.

Mit einer RRW von 41 km erreichten die Reisenden 2 Stunden später als geplant und immer noch leicht genervt (3. Ärger), weil inzwischen auch hungrig, den Gasthof um 19.51 Uhr.

Nach den im Laufe des ersten Reisetages gewonnenen praktischen Erfahrungen schien sich die eingangs formulierte Hypothese zu bestätigen, dass die winterlichen Verhältnissen die Kapazität des Akkus beschränken, die Dauer der Ladungen verlängern und die zusätzlichen Verbraucher wie Heizung, Sitzheizung, Scheibenwischer und Licht die Reichweite zusätzlich vermindern. Demzufolge war Wolfgang, der bislang am Steuer der Zoé saß, schon früh dazu übergegangen, den Stromverbrauch durch die Wahl des Eco-Modus zu deckeln. So wurden insbesondere die Geschwindigkeit auf 94 km/h und die Heizleistung auf 1 kW begrenzt, sofern letztere überhaupt aktiviert wurde, etwa um dem Beschlagen der Scheiben entgegenzuwirken. Weitere Folge dessen war auch eine Deckelung der Beschleunigung, was aber – zum Glück – durch einen kräftigen Kick-down des Strompedals (früher: Gaspedal) kurzzeitig überbrückt werden kann, z. B. bei einem der eher seltenen Überholmanöver.

Ein weiteres jahreszeitliches Handicap stellte das frühe Ende der Tageshelligkeit insofern dar, als die ohnehin sehr kleinen Hinweisschilder die Ladestationen betreffend auf Rasthöfen oder den riesigen Parkplätzen der Großkaufhäuser – vgl. „Lautlos unterwegs“ S. 31 – im Dunkeln meist nur zufällig und oft auch nur nach längerer Suche zu entdecken waren. Dies wurde zusätzlich durch den Umstand erschwert, dass zumindest auf den Autobahnrasthöfen die Verkehrsführung ein Umkehren nahezu unmöglich macht; also ein weiterer Zeitfresser und damit 4. Ärger.

Verschwiegen werden soll nicht, dass es zwischen dem „wissenden“ Wolfgang und dem „interessierten Laien“ Michael, so der Klappentext von „Lautlos unterwegs“, wieder gelegentlich zu Meinungsverschiedenheiten über technische Details kam. Ging es bei der ersten Experimental-Reise um Rekuperieren oder Segeln – „Lautlos unterwegs“ S. 30 – oder um die Frage, einen angekündigten Stau zu umfahren oder nicht – ebd. S. 87 –, so gab es jetzt eine Diskussion darüber, ob die Klimaautomatik im Eco-Modus auf niedriger Temperatur dauernd mitlaufen, so Michael, oder die Heizung der Zoé intervallartig mit voller Leistung kurz an- und danach wieder ausgeschaltet werden sollte, so Wolfgang.

Das am wohlbekannten Gasthoftisch gezogene Fazit des ersten Reisetages fiel demgemäß durchwachsen aus:

  • Auffallend deutlich empfanden die Reisenden die Leistungseinbußen des Akkus beim Winterbetrieb im Vergleich zur ersten Experimentalreise im Sommer 2016.
  • Mit 64,3 km/h blieb die Tagesdurchschnittsgeschwindigkeit hinter den Erwartungen zurück und ließ die Reisenden zwei Stunden später als geplant im Zwischen-Übernachtungshotel ankommen, ein Maß an Verspätung, über das sie sich am nächsten Tag noch freuen würden… Nach ihrer Analyse waren dafür die dauerhaft abgeregelte Höchstgeschwindigkeit ebenso ausschlaggebend wie die manchmal durchaus zeitaufwändige Suche nach den Ladesäulen.
  • Die Anzahl der vom Navi der Zoé angezeigten Lademöglichkeiten, die bei weitem nicht aktuell war, hat zwar erheblich im Vergleich zur ersten Reise zugenommen, oft blieb davon aber nicht viel praktischer Nutzen: das Navi zeigte viel weniger Lademöglichkeiten an, als man auf den einschlägigen Internetseiten finden konnte, teilweise nannte es falsche Anschlussbuchsen, Säulen waren defekt, oder – so insbesondere bei den Stationen der Warenhäuser – eingeschränkte Öffnungszeiten trübten dieses an sich erfreuliche Bild nicht unerheblich.
  • Auch bei den Bezahlsystemen bleibt in Sachen Praktikabilität und Vereinheitlichung noch viel Luft nach oben.

Zeitverlust am ersten Reisetag wegen technischer Unwägbarkeiten bei den Ladestationen: 55 Minuten.

Umso wohltuender die hochgeschätzte Gastlichkeit des Hotels Burnel – von den Reisenden schon mit großer Vorfreude erwartet – mit seinem unübertroffenen Preis-Leistungs-Verhältnis: das 3-Gang-Basis-Menu mit zusätzlichem Vorab-Gruß aus der Küche für 16,50 €, für 23,00 € mit zusätzlichem kleinen Käsegang und größerer Auswahl bei den Vorspeisen.

Hier passte der – leicht abgewandelte – Ausschnitt aus Heinrich Heines „Deutschland – Ein Wintermärchen“:

Dicht hinter Nancy ward es Nacht,
Und ich fühlte in den Gedärmen
Ein seltsames Frösteln. Ich konnte mich erst
Zu Rouvres, im Wirtshaus, erwärmen.

(vgl. auch „Lautlos unterwegs“ S. 106)

Als Vorspeise war zu wählen z. B. zwischen Lachs-Carpaccio, Salat mit überbackenem Ziegenkäse oder Fischpastete; als Hauptgang entweder Lachsschnitte mit verschiedenen Gemüsen und Süßkartoffelpüree oder dieselben Beilagen mit einem Fächer aufgeschnittener Rinderbäckchen und -Zunge – einfach köstlich! Beim Dessert die Wahl u. a. zwischen einem Duo von weißer brauner mousse au chocolat, Mirabellen-Parfait oder Zimt-Trockenpflaumen in Rotwein, alles frisch und selbst zubereitet, nach deutschen Maßstäben in gehobener Gasthofqualität.

Wieder einmal vollzog sich in überraschender Geschwindigkeit der Wandel von manchmal gestressten Reisenden zu Genießern, von Anspannung zu purem Wohlbehagen. Die 4 Ärgernisse waren schnell vergessen. Dazu trugen auch die regionalen Apéritifs sowie zwei Flaschen Gris und Rouge de Toul nicht unerheblich bei.


Der 2. Reisetag

Vorgewarnt durch den Wetterbericht, aber doch überrascht, sahen wir am nächsten Morgen eine zugefrorene Zoé: -8° C! Zum Glück hatte der Ladevorgang über Nacht gut geklappt – Dank an das Hotel, das seinen Ladeanschluss (7 kW immerhin) kostenlos zur Verfügung stellte – und der Akku war voll. Nun, solange die Zoé noch am Stromkabel hing, galt es, mehrfach nacheinander die Standheizung einzuschalten, was problemlos klappte. Die neben der Zoé stehenden Verbrenner wurden derweil bei laufendem Motor von ihren Besitzern freigekratzt, was die Reisenden missbilligend zur Kenntnis nahmen, ohne dies allerdings offen zu kommentieren. Man war schließlich Gast in diesem Land. Nach dem Frühstück war das Auto nicht nur aufgetaut, sondern angenehm warm. Leider verzögerte sich die für 8.00 Uhr geplante Abfahrt wegen des ausführlichen Frühstücks der beiden Mitfahrer, die – so Wolfgang – keine Gelegenheit ausließen, an ihrem Übergewicht zu arbeiten, noch um 25 Minuten – so viel zum Thema Entschleunigung (so Michaels Replik).

Nun aber los, in eine raureifüberzuckerte Winterlandschaft, die von einer gerade über den Horizont kletternden Wintersonne vergoldet wurde – wunderschön! Zunächst ging es über kurvige Landstraßen bis Vittel und Contrexéville, dann über längere schnurgerade Abschnitte bis Gray. Denn die Reisenden hatten sich schließlich vorgenommen, kostengünstig zu fahren. Das heißt nicht nur möglichst oft kostenlos zu laden, sondern auch in Frankreich die mautpflichtigen Autobahnen zu vermeiden.

Diese Strecke ist deutlich kürzer als die Autobahnvariante und erlaubt es, mit einer eigens gemessenen Durchschnittsgeschwindigkeit von 63,3 Km/h nahezu genauso schnell zu sein wie am Tag zuvor. Das Zwischenziel Gray über die Autobahn wäre nach der Einschätzung von Google Maps nur 2 Minuten schneller zu erreichen gewesen. So kamen sie an der vorgesehenen Ladestation im Zentrum von Gray, einem schönen Städtchen an der Saône, um 10.35 Uhr an mit einer RRW von 102 km bei inzwischen sonnigen +8° C Außentemperatur.


Unmittelbar nach dem Anschluss der Zoé erledigte Wolfgang den erbetenen Rückruf bei einem Redakteur des Hellweger Anzeigers, dem Regionalblatt des Kreises Unna, Nach einem relativ ausführlichen Telefoninterview bat der Journalist um ein paar Fotos der E-Akteure. Der daraus entstandene großformatige Artikel, präzise und wohlmeinend, würde den Reisenden natürlich erst am nächsten Tag zugänglich sein.

Dann ging es hoch in die Altstadt, mit ihrer mächtigen Basilika Notre Dame. Nach einer kleinen „noisette“, wir würden sagen: „espresso macchiato“, setzten die Reisenden um 11.55 Uhr ihre Experimental-Reise in den Süden mit 84% Ladung fort, nach der Navi-Variante „Schnellste Strecke“ zunächst über Land bis kurz vor Dijon, dann – mit Blick auf die Uhr – doch wieder auf die Autobahn A 31.

Auf dem Autobahnrasthof „Aire de Beaune-Tailly“ schlossen sie die Zoé um 13.15 Uhr bei 47% = 117 km RRW an. Eigentlich hatten sie an einen kleinen Mittagsimbiss gedacht, wurden indessen unangenehm dadurch überrascht, dass nunmehr der Restaurantbereich dieses Rasthofs wie vieler anderer (wie sie im weiteren Verlauf der Reise noch feststellen würden) von einer großen Schnell-Restaurant-Kette übernommen und völlig neu konzipiert worden war: Bestellung der „Köstlichkeiten“ über Display-Automaten, Aufruf der fertigen Fritten oder Burger über elektronisches Laufband usw. ­– die Reisenden fanden diese Prozedur ebenso furchtbar wie das Ergebnis der kulinarischen Bemühungen an den Fritteusen!!

Um 14.05 Uhr ging es mit 83% Ladung entsprechend einer RRW von 214 Km weiter, Michael lag die immer ein wenig heikle Passage Lyons im Magen, da es bis dahin noch 160 km waren und sie dann dort der gefürchtete Feierabendverkehr erwarten würde. Den „Péage de Limas“, die Mautstation kurz vor den Toren Lyons, passierten die Reisenden um 15.25 Uhr mit einer RRW von 90 km, so dass sie beschlossen, an der aus „Lautlos unterwegs“ S. 87 ff bekannten Station in Ecully nachzuladen. Dort kamen sie um 15.41 Uhr mit einer RRW von 72 Km = 28% an. Diese Ladestation war von Wolfgang schon häufiger genutzt worden und galt in seinen Augen daher als zuverlässig. Doch leider diesmal nicht! Mehrere Startversuche scheiterten, die rechte der beiden Ladesäulen ließ sich nicht aktivieren. Dann Wechsel zur linken – ebenfalls Fehlanzeige, schließlich der ultimative Anruf bei der Hotline. Dies übernahm Michael, dessen Französisch-Kenntnisse deutlich besser sind als Wolfgangs (Rolf fühlt sich in anderen Fremdsprachen mehr zuhause). Ein freundlicher Herr antwortete und erkannte wohl Michaels deutschen Akzent, sodass er selbst ins Deutsche wechselte: „Ich stamme aus dem Elsass.“ Nach der Aufforderung, es nun wieder mit der rechten Ladesäule zu versuchen, klappte nach mehreren Resets oder ähnlichen Eingriffen des Herrn an der Hotline schließlich die Aufladung.

Zeitverlust wegen nicht funktionierenden Zugangs: ca. 15 Min.

Zur Bestürzung der Reisenden hatte sich das nahe gelegene, damals noch passable, in gewisser Weise berüchtigte Schnellrestaurant (nachlesen: „Lautlos unterwegs“ S. 88 - 91, hier nur die Tür zur Toilette, die ja die Phantasien der damaligen Reisenden beflügelt hatte)


in ganz ähnlich unangenehmer Weise umstrukturiert wie die zuvor beschriebene Autobahnraststätte: sehr teure und sehr schlechte Burger, ebensolche Fritten, und das im Land der Gourmets und der Spitzen-Gastronomie!

Daher machten sie sich irgendwie missmutig und unzufrieden um 16.38 Uhr mit 66% Ladung und einer RRW von 173 Km auf die noch ca. 230 km lange Strecke, entgegen Michaels Unkenrufen mit vergleichsweise geringen Zeitverlusten im allerdings sehr dichten Feierabendverkehr des Lyoner Südens.

So erreichten sie um 18.15 Uhr den Autobahnrasthof „Pont de L’Isère“ mit einer RRW von 89 Km. Die wie üblich schlecht, aber immerhin beschilderte und eher schwach beleuchtete Ladesäule im Dunkeln zu finden, war nicht ganz einfach, erwies sich im Nachhinein aber noch als das geringste Problem.

Zunächst stellten sie fest, dass das Typ2-Ladekabel in Gebrauch einer anderen Zoé war. Mit Blick auf den im Display der Zoé angezeigten, von außen einsehbaren Ladezustand von 84% machte Wolfgang sich anheischig, den Fahrer im Café-/Imbiss-Bereich zu finden, um zu eruieren, ob man ihn zum Abbruch seines Ladungsvorgangs bewegen könne. Erstaunlich schnell gelang ihm dies auch: eine ältere Dame, die man auf den ersten Blick nicht mit einem E-Mobil in Verbindung gebracht hätte, war gern behilflich, und relativ schnell hing die Zoé der Reisenden an der Ladesäule.

Indessen schlugen die nächsten Routine-Schritte: Freischalten mit Hilfe des Z.E. Passes von Renault/Bosch, Starten des Ladevorgangs – fehl, nicht einmal, nicht zweimal, sondern vielfach. Mit Blick auf die Uhrzeit – es war inzwischen 18.25 Uhr - und die Entfernung zum Ziel (129 Km) stellten sich bei den Reisenden Missbehagen und Ungeduld ein. Wie schon bei der ersten Experimental-Reise – vgl. „Lautlos unterwegs“ z. B. S. 24, 30, 95 – sah das inzwischen bewährte interne Störungsmanagement der Reisenden nun wieder Michaels Anruf bei der auf der Ladesäule angegebenen Hotline vor. Die Dame am anderen Ende bestand zunächst sehr freundlich, aber bestimmt auf weiterer Wiederholung: „Tun Sie so, als seien Sie gerade angekommen!“ der schon mehrfach vorgenommenen Anschlussprozedur, nur um wieder und wieder bei den eindeutigen Rückmeldungen von Zoé – rotes Signal am Ladeanschluss – zu landen. ALS Nur für den Außenstehenden kurios erlebte Michael in dieser Phase die Tatsache, dass der nun schon vielfach wiederholte Dialog mit dem Display der Ladesäule, da Wolfgangs Z.E.-Pass ihn als Deutschen ausgewiesen hatte, sich zur vermeintlichen Erleichterung auf Deutsch vollzog. Dagegen zog die immer noch freundliche Dame der Hotline, dieser Sprache nicht mächtig, es naturgemäß vor, diesen Dialog ins Französische rückübersetzt zu bekommen, wahrlich kein Quell der Erleichterung, zumal angesichts des weiterhin negativen Ergebnisses. Daher entschloss sich die hilfreiche Dame, wie sie in bester Absicht mitteilte, zu einem Reset der Ladesäule, schuf damit zunächst aber nur Raum für eine weitere Eskalation: Zwar deuteten die plötzliche Schwärze des Displays und der kurzzeitige Ausfall der Beleuchtung der Säule daraufhin, dass sich etwas in diese Richtung tat, allein der immer mehr ersehnte Erfolg ließ weiter auf sich warten. Dem sich nun einstellenden Hauch von Verzweiflung bei den Reisenden wirkte nur wenig entgegen, dass nach Michaels Eindruck auch die Hotline-Frau erste Zeichen von Unsicherheit zeigte: so wiederholte sie in fragenden Tonfall mehrfach ihren persönlichen Berechtigungs-Code zum Systemeingriff, so als ob Michael ihn ihr bestätigen könne.

Nach gefühlten anderthalb Stunden – in Wahrheit kaum mehr als 15 Minuten – war dann schließlich der dritte – oder war es schon der vierte? – Reset-Versuch erfolgreich, sodass Zoés Ladung ab 18.41 Uhr lief.

Zeitverlust wegen besetzter Ladesäule und deren Funktionsstörung 30 Min.

Muss noch erwähnt werden, dass der Gang ins Bistro ähnlich enttäuschend verlief wie auf dem „Aire de Beaune“ und im Schnellrestaurant in Ecully? Wohl kaum!! Gleichwohl sollte etwas gegen den ärgsten Hunger her, denn bei ihrer auch an diesem Tag deutlich verspäteten Ankunft in Barjac – das Navi sagte 21.38 Uhr voraus – würden zumindest um diese Jahreszeit weder Restaurant noch Pizzeria dienstbereit sein. Also ran an die Burger, Fritten und Sandwiches in ihren Plastikverpackungen!

Wolfgang war es vorbehalten, Michael, der – nun aus anderem Grund der Verzweiflung nahe – nur zu gern etwas Warmes essen wollte, in einem Kühlschrank auf ein Fertiggericht nach Discounter-Art


mit dem verheißungsvollen Namen „Bœuf Bourguignon“ aufmerksam zu machen, das in einem der vorhandenen Microwellengeräten aufzuwärmen wäre. Unter Hintanstellung aller Bedenken und äußerster Vorbehalte ließ er, der selbst gern kocht und auf Qualität von Speisen, Zutaten usw. Wert legt, sich zu diesem unerhörten Akt hinreißen. Und wie so oft, wenn die Erwartungen unterirdisch sind: ganz so schlimm war’s auch wieder nicht, auf schlechtem Kantinenniveau, würde er später sagen, jedenfalls schön heiß!!

Mit 80% Ladung entsprechend einer RRW von 215 km ging es um 19.40 Uhr weiter. Das Ziel der Experimental-Reise 2.0, Wolfgangs Haus im Renaissance-Städtchen Barjac mit der (wohl noch bis Lichtmeß vorhandenen) Weihnachtsbeleuchtung, erreichten die Reisenden ohne weitere Probleme um 21.27 Uhr mit einer RRW von 80 km.




Zeitverlust am zweiten Reisetag wegen besetzter Ladestation und technischer Unwägbarkeiten bei den Ladestationen: 40 Minuten.

In ihrem Gesamt-Fazit der Hinreise, wegen doch deutlicher Erschöpfung erst in den Tagen des Aufenthalts gezogen, sahen die Reisenden ihre Kritikpunkte vom ersten Abend durch die Abläufe des zweiten Tages bestätigt, legen aber Wert auf folgenden weiteren Aspekt:

  • Dringlich wünschenswert, ja notwendig erscheint es ihnen, die Prozeduren an den Ladesäulen „narrensicherer“ zu machen. Wie auch schon bei der ersten Experimental-Reise gewannen die Reisenden auch dieses Mal gelegentlich den Eindruck, dass Störungen einer Ladesäule möglicherweise auf einem Bedienfehler im vorausgegangenen Ladeprozess beruhen, der dann allen nachfolgenden Reisenden zum Verhängnis werden kann.
  • Wie wäre es, liebe Programmierer, eure Ladesäulen so zu konditionieren, dass jeder Ladevorgang bei Null startet, etwa in dem Sinne eines automatischen Resets nach jeder Benutzung? Oder wenigstens die Funktion routinemäßig und engmaschig zu überprüfen?
  • Versöhnlicher stimmten die Reisenden dann doch wieder die seit Eintritt ins französische Autobahnsystem immer wieder auftauchenden Hinweise, dass es „an den folgenden Autobahnabschnitten derzeit kein Benzin gibt“ – wahrscheinlich bedingt durch die seit Monaten andauernden landesweiten Streiks. Strom hingegen gab es immer!


Der Aufenthalt

Es traf sich gut, dass die Reisenden durch Wolfgangs Heizungsstopp während der Fahrt daran gewöhnt waren, notwendige Wärme durch körpereigene Prozesse zu erzeugen, denn die Innentemperatur ihres Feriendomizils betrug bei Ankunft ca. 7° C. Zwar zeigte sich Wolfgang hier großzügig darin, alle nur erdenklichen elektrischen Heizquellen auf volle Leistung hochzudrehen. Gleichwohl gelang es nur mit Hilfe des von Michael ebenso liebevoll wie nachdrücklich befeuerten Holzofens, im Wohnzimmer noch am späten Abend einen Hauch von Annehmlichkeit zu erzeugen. Dies versetzte die Reisenden in die Lage, auf die glückliche Ankunft mit einem „Brut de Rosé“ aus Wolfgangs Beständen, einem wunderbar trockenen Rosé-Sekt, anzustoßen, der nach Lage der Dinge weiterer Kühlung nicht bedurfte.

Dadurch milde gestimmt, entschloss sich der Chronist, über die Temperaturen von Bettzeug und Schlafräumen jedenfalls in dieser ersten Nacht den Mantel gnädigen Schweigens zu breiten. Gleichwohl kam ihm, allein in seinem Gästezimmer, ein Werk aus dem „starckdeutschen“ Gedichtzyklus von Matthias Koeppel in den Sinn und spendete insofern Trost, als es im „kalten, kalten Februar“ noch viel schlimmer hätte kommen können:

Kultar, kultar Feipruorr,
varoum kimmzt tu jeidis Jorr?
Dönn din oisick kultar Frußßt
dootit onz di Lüppislußßt.
Peudulmurtzn op dn Kupfn,
on dr Nuse Oisnzupfn,
Nurr dr Zupfn ün dr Heusz,
där würd nücht so hurrt vis Ois.

Über Nacht hatte Zoé an der öffentlichen Ladesäule


(ja, in diesem wie etlichen anderen Dörfern der Umgebung!!) eine bis auf die erste Stunde kostenlose Ladung erhalten. So  ging es bei kühlem, aber noch heiterem Wetter am Mittwoch nach einem diesmal bescheideneren Frühstück auf den Markt im ca. 20 km nördlich gelegenen Joyeuse im Département Ardèche. Erste Einkäufe wurden getätigt, diese später ergänzt durch einen Kontrollbesuch in Michaels Häuschen, den unvermeidlichen Gang in einen Supermarkt und Besuchen bei Winzern ihres Vertrauens.

Das angebliche „poulet fermier“, Land-Hähnchen, gegen Ende des Marktes an einem Drehspieß-Stand gekauft, auf das insbesondere Rolf sich gefreut hatte, erwies sich ebenso wie die dazu erstandenen in der Fettpfanne des Grills gerösteten Kartoffeln aber doch als Enttäuschung, die durch einen von Michael angerichteten Feldsalat nur mühsam ins Positive gedreht werden konnte.

An den nächsten Tagen blieb das Wetter bei einstelligen Temperaturen, für südfranzösische Verhältnisse also recht kühl, wurde aber unbeständiger, schließlich auch regnerisch. Gleichwohl schafften die Reisenden noch im Trockenen einen Ausflug nach Rochecolombe,


ein weitgehend erhaltenes mittelalterliches Dorf um eine Burgruine herum mit einem spektakulären Wasserfall in der Nähe. Dieser allerdings, wie uns ein dort lebender sehr freundlicher Luxemburger wissen ließ, sprudelt doch nur nach Starkregen richtig, aber bildet auch so eine eindrucksvolle Formation in der Karstlandschaft des Bas-Vivarais.


  • Rochecolombe8
    Rochecolombe8
  • Rochecolombe2
    Rochecolombe2

In den nächsten Tagen hielten sich Mittagsimbisse und durchweg dreigängige Abendessen, mal selbst gekocht, mal im Restaurant, die Waage mit weiteren Winzerbesuchen. Der Freitagsmarkt in Barjac, für die Reisenden jedes Mal ein Muss, war im Vergleich zu wärmeren Jahreszeiten saison- und wetterbedingt stark geschrumpft und wenig besucht.

Am Abend ging es dann nach Ruoms, wo Michael aus einem vorigen Urlaub ein gutes Restaurant ausfindig gemacht hatte, das sogar jetzt im Winter geöffnet hat: Le Terminus. Schon die Speisekarte ließ den Reisenden das Wasser im Mund zusammenlaufen.

Das Essen war dann wirklich gut, besonders der Nachtisch "Café gourmand" hatte es Wolfgang angetan.


Ein Lichtblick aber war am Samstagabend der Besuch bei Dominique Guignard und Peter Pick im „Café plein sud“ im nahegelegenen Bessas, vgl. „Lautlos unterwegs“ S. 62.

Wie so oft vorher, auch jetzt wieder eine einzigartige Verbindung von Kunst und Genuss: Zunächst die derzeit aktuelle Ausstellung aus Peters Arbeitsheften, ein Feuerwerk an Farben und Stilrichtungen,


danach Dominiques vorzügliche und weitestgehend biologische Küche, diesmal serviert im privaten Salon der Beiden, ein Privileg für die Reisenden. So gab es als Hauptgang, den alle drei gleich gewählt hatten, „caillettes aux cèpes et ragout de légumes“. Die „caillettes“, eigentlich frikadellen-ähnlich, aus Schweinemett mit Mangold und Knoblauch oder auch mit Kastanien oder Kräutern, sind typisch für die Küche der Ardèche, wozu Bessas trotz der nur 6 km Entfernung zu Barjac gehört. Natürlich hatte Dominique, deren Küche seit einigen Jahren strikt vegetarisch ausgerichtet ist, das Schweinemett durch hocharomatische Steinpilzen ersetzt, einfach köstlich!! Im Gemüse-Ragout fanden sich neben Möhren, Petersilienwurzeln und Kartoffeln auch „navets“, weiße Rübchen mit leichter Schärfe, alles sehr fein gekräutert und perfekt gewürzt, zusammen mit Vor- und Nachspeise ein komplettes Dreigang-Menu. Nicht zu vergessen den Gruß aus der Küche vorweg, u. a. mit einer traumhaften Guacamole, ein wirklicher Genuss für die Reisenden, die sich wieder einmal einig waren, dass bei einer Küche solcher Qualität das Fleisch wirklich nicht fehle.


Die Rückfahrt

Bahnbrechend der Gedanke Wolfgangs noch am Samstag als eigentlich naheliegende Analyse der bisherigen Erfahrungen aus Lautlos unterwegs 2.0: Soll das im Klappentext von „Lautlos unterwegs“ gesungene Hohelied der Entschleunigung nicht hohles Gerede bleiben, dann kann die Konsequenz aus den Verzögerungen, dem gelegentlichen Missbehagen und dem zeitweiligen Stress während der Hinfahrt nur lauten: Mehr Entschleunigung!

Nicht eine Sekunde zögerten die Reisenden, sich selbst wegen der Notwendigkeit entsprechender Kleidung nun „Schöffel-Stromer“ nennend, Wolfgangs Vorschlag anzunehmen, in drei statt – wie ursprünglich geplant – in zwei Etappen zurückzufahren. Schnell waren Burgund und das nördliche Lothringen als Zwischenziele ausgemacht. Teils aus früherer Kenntnis, teils aus dem Internet heraus fiel die Wahl auf die „Hostellerie du Parc“ im ländlichen Levernois bei Beaune und das „Hôtel de la Cathédrale“ im Zentrum von Metz. Direkt gegenüber befindet sich die gotische Kathedrale Saint-Etienne, die in diesem Jahr 800 Jahre alt wird, um die Ecke die historische Markthalle, auch der im Jugendstil errichtete Hauptbahnhof und die neue Dependance des „Centre Pompidou“ in fußläufiger Entfernung, alles Ziele besonders nach Rolfs Geschmack.


Der erste Rückreisetag

Auf diese Weise eines frühmorgendlichen Aufbruchs enthoben, starteten die Reisenden am Sonntag (26. Jan.) um 10 Uhr mit einer vollgeladenen Zoé (258 km RRW) bei 7° C, vollgeladen übrigens auch in anderer Hinsicht: Die Reisenden selbst, ihr Gepäck und nun auch ihre Weinkisten schöpften, so eine überschlägige Addition, Zoés erlaubte Zuladung von 440 kg weitgehend aus. Das scheinbar halbwegs freundliche Wetter täuschte, wie die Lichtbänder auf der nach ca. einer Stunde in Montélimar-Sud erreichten Autobahn zeigten: Geschwindigkeitsbeschränkung auf 110 (statt 130) km/h wegen Luftverschmutzung, jaja, die Verbrenner!!

Von Tempo 110 konnte dank des Eco-Modus zwar weiterhin keine Rede sein, wenigstens aber wurde im selben Modus geheizt, was die Innentemperatur der Zoé auf stattliche 18° C hochschnellen ließ, ein Fortschritt gegenüber den 16° C der Hinfahrt. Eine neue Diskussion kam auf unter den Reisenden zum Thema Autobahn oder Landstraße. Insbesondere Michael wies darauf hin, dass man das, wofür man Maut zahle, nämlich die Chance höherer Geschwindigkeit, mit den im Eco-Modus gedeckelten 94 km/h praktisch nicht nutze. Tatsächlich lag ihre höchste Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Hinfahrt bei Autobahnbenutzung mit 74 km/h gerade mal ca. 10 km/h höher als ihr Landstraßendurchschnitt, den fehlenden Ortsdurchfahrten sei‘s gedankt. Zunächst blieben die Reisenden jedoch auf der „autoroute“, doch schon am nächsten Tag sollte es anders kommen.

Der Versuch einer (kostenlosen) Ladung nach 190 km bei einem Discounter in Chasse-sur-Rhône schlug fehl, da die Reisenden, Folge des bequemen Starts, den Supermarkt erst nach dessen sonntäglichen Öffnungszeiten (9 - 12 Uhr), nämlich um 12.25 Uhr erreichten. Also ging es weiter zu der von der Hinfahrt bekannten Ladestation in Ecully im Norden Lyons, wo sie um 13.10 Uhr mit einer RRW von 42 km = 16 % Ladung ankamen. Nach etlichen vergeblichen, auch hotline-geführten Freischaltungsversuchen, auch mit Eingabe der Kreditkarten-Nr. über Handy, brachen die Reisenden, nun wieder genervt, um 13.37 Uhr ab und fanden im Internet eine angeblich kostenlose Lademöglichkeit in ca. 4 km Entfernung bei einem Intersport-Supermarkt, die, da die Hauptzufahrt durch einen Schlagbaum versperrt war, nur über eine eher diskrete unterhalb gelegene Zufahrt anzufahren war. Die Freischaltung mit Z.E.-Pass schlug wieder fehl, die mit ChargeMap funktionierte jedoch ab 14.06 Uhr, und zwar kostenlos, wie sich später herausstellen sollte.

Mitsamt den 10 vergeblichen Minuten beim Discounter war also wiederum eine Verzögerung des Ladebeginns von gut einer Stunde zu verzeichnen.

Die Ladezeit nutzten die Reisenden zu einem Imbiss mit den Resten aus dem Kühlschrank in Barjac, nur insofern bemerkenswert, als Rolf erst hier, dann aber mit umso größerem Erfolg von der Qualität des auf dem Markt in Barjac erstandenen „Morbier“, einem wunderbaren halbfesten Schnittkäse aus dem Jura, überzeugt werden konnte.

Um 15.20 Uhr setzte sich Michael mit 212 km RRW ans Steuer der Zoé, nur um nach 30 Metern Zoés Motorhaube mit einer Beule zu versehen, und zwar durch eine Kollision mit der oberen Schranke des Parkplatzes, die asphalt-grau gestrichen war und daher wunderbar mit dem asphalt-grau gestrichenen Hintergrund verschwamm – höchst ärgerlich!! Tröstlich nur die solidarische Versicherung beider Mitreisenden, dass der aus unerfindlichen Gründen tarnfarbene Schlagbaum „wirklich“ kaum zu sehen gewesen sei.

Mit 74 km RRW kamen die Reisenden um 17.10 Uhr auf dem großen Hotelgelände im burgundischen Levernois bei Beaune an. Dort finden sich in einer wunderbaren Parklandschaft,


an die auch ein Golfplatz angrenzt, ein Sterne-Restaurant mit Hotel aus der Kette „Relais et Châteaux“ und ein rustikaleres Bistrot mit angeschlossenem einfacheren Hotel. Schon bei der Reservierung in den bescheideneren Etablissements war ihnen bedeutet worden, dass sich die Ladesäule für Tesla und andere auf dem Parkplatz des edleren Golf-Hotels befinde. Während sie sich dort problemlos anschlossen, lief sich nebenan im Stand gerade ein Ferrari warm, lautstark und mit beeindruckender Abgaswolke.


Die „Hostellerie du Parc“ hat für regelmäßig Reisende den großen Vorteil, an allen 7 Tagen pro Woche und fast über das ganze Jahr dienstbereit zu sein. In ihren geschmackvoll eingerichteten Zimmern gönnten sich die Reisenden vor dem Abendessen noch eine späte „sieste“. Zum Apéro bot ihnen die charmante Chefin der Hotelanlage, die aus Berlin stammt und daher natürlich Deutsch spricht, nach einem freundlichen Smalltalk über ihre Experimental-Reise eine Sitzgruppe in der Bar des Hotels an, auffallend hier neben der gediegenen Einrichtung die Anzahl des Service-Personals: trotz eher geringer Auslastung war man von mehreren dienstbaren Geistern umgeben.

Im Bistrot gibt es eine kleine Karte mit 4 Vorspeisen, 3 Hauptgängen und ein paar Desserts zur Auswahl, das Dreigang-Menü in der Woche für 32 €, dies umso angemessener, als die Speisen natürlich aus ein- und derselben Küche kommen, also in den Grundzutaten und -zubereitungen in Sterne-Qualität. Der „Crémant de Bourgogne“, ein Sekt, den sie schon zum Apéro hatten, erwies sich als ausgezeichneter Begleiter zu den Vorspeisen und dem Zanderfilet, zu dem sich alle drei als Hauptgang entschieden hatten. Danach gab‘s noch roten Burgunder zu Käse und Süßem, und so getröstet ging selbst Unglücksfahrer Michael, von den beiden anderen ganz zu schweigen, hochzufrieden zu Bett.

Zeitverlust am ersten Rückreisetag 65 Min.


Der 2. Rückreisetag

Mit 246 km RRW verließen sie nach einem üppigen Frühstück um 9.10 Uhr dieses gastliche Anwesen, nicht ohne zuvor zum Abschied der schon wieder im Dienst befindlichen Chefin ein Exemplar von „Lautlos unterwegs“ zu überreichen, das sie mit Vergnügen lesen werde, wie sie betonte.

Nach relativ kurzer Autobahnfahrt in Richtung Dijon kam Wolfgang spontan die Idee eines Abstechers zu Nachbarn aus Barjac, die sich zurzeit in ihrem Haus in Burgund aufhalten sollten, was ein Anruf bei ihnen bestätigte. So bogen die Reisenden auf die A 36 Richtung Dôle – Besançon ab und hielten ein Stück nach Osten. Ab Dôle-Authume ging‘s zu Michaels Freude auf Landstraßen weiter bis in das Örtchen Serre-les-Moulières, auf einen Kaffee zu den sehr freundlichen Nachbarn, einem deutsch-französischen Paar, der Künstlerin Elisabeth Le Gros und ihrem Mann Wulf Böttcher..

Demzufolge plauderten sie mal deutsch, mal französisch, und nach einem guten Stündchen brachen sie um 11.40 Uhr mit 156 km RRW auf, nicht ohne noch eine Flasche selbstgemachten „Rosenwein“ zu erhalten, einen mit Rosenblüten aromatisierten Rotwein, „sehr kalt als Apéro zu trinken!“ Zu Michaels weiterer Freude lohnte nun die Rückkehr auf die Autobahn nicht, sie nahmen die sehr gut, teils vierspurig ausgebaute N 57 Richtung Vesoul.

In diesem Städtchen, ganz geprägt von einem riesigen PSA-Automobilwerk (Peugeot, Citroen, Opel), erlebten die Reisenden erneut eine Ladesäulen-Odyssee. Deren erste, erreicht um 12.53 Uhr mit 95 km RRW, ist besetzt, die zweite an der „préfecture“, der Kreisverwaltung, nach mühsamem Suchen durch Einbahnstraßen-Gewirr ebenfalls, die dritte, etwas außerhalb gelegen auf dem Gelände einer größeren Renault-Niederlassung, ist mit Verbrennern zugestellt, erkennt aber auch Wolfgangs Z.E.-Pass von Renault (!!) nicht. Geklärt werden kann nichts, weil das ganze Unternehmen der Mittagsruhe (12 – 14 Uhr) pflegt.

Bei der Bürgermeisterei des wenige km entfernten Vororts Frotey-lès-Vesoul konnten sie um 13.25 Uhr bei 87 km RRW mit dem ChargeMap-Pass schließlich erfolgreich anschließen, aber auch nur das, denn nach einer Möglichkeit zu einem Mittagsimbiss suchten sie trotz Durchstreifens nahezu des gesamten ziemlich trostlosen Örtchens vergeblich.


So blieb es bei Brot- und Käseresten, Studentenfutter noch vom Markt in Barjac, Müsli-Riegeln u. ä. Um 14.21 Uhr brachen sie mit einer Ladung von 75% = 196 km RRW auf, weiterhin auf der N 57 Richtung Nancy – Metz. Solche gut ausgebauten Fernstraßen („E 23“), oft mit Ortsumgehungen, erlauben in Frankreich bei einer Richtungsfahrbahn wie auf allen Landstraßen eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h, bei zwei Richtungsfahrbahnen 90 km/h und bei komplett vierspurigem Ausbau mit mittigem Grünstreifen 110 km/h und passen insbesondere nach Michaels Ansicht viel besser zur Zoé im Eco-Modus als die mautpflichtigen Autobahnen, wo sie mit ihren 94 km/h manchmal selbst für LKW, besonders im Dunkeln, noch ein Hindernis darstellt.

Zeitverlust 40 Min. incl. Umweg nach Frotey-lès-Vesoul.

In strömendem Regen und mit 87 km RRW erreichten die Schöffel-Stromer um 15.39 Uhr den Bahnhofsvorplatz von Thaon-les-Vosges, indessen funktionierte wieder einmal die Freischaltung der Ladesäule nicht. Die nächste Ladesäule, wieder hinter der Bürgermeisterei, wartete mit einer besonders komplizierten Anschluss-/Freischalt-Prozedur auf: zuerst das Kabel in die Zoé, dann Zoés Zentralverriegelung betätigen, dann das Kabel in die Ladesäule, dann freischalten….Um 15.54 Uhr, beim 4. – oder war‘s der 5.? – Versuch, klappte es in weiter strömendem Regen, aber wohl nur mit 11 kW/h. Diese Ladestärke ermittelte Wolfgang mangels eindeutiger Anzeige mittels der Stoppuhrfunktion seines Smartphones: ca. 2 Min. 30 Sek. für ein Prozent Ladung, aber immerhin kostenlos!

Zeitverlust 15 Min. + ca. 20 Min. wegen geringerem Ladestrom.

Nach einem „Eclair“, wir würden sagen: Liebesknochen (ein Pudding-Teilchen), für Wolfgang und Kaffee für ihn und Michael in einer nahe gelegenen Bäckerei – Rolf war in der Zoé geblieben – ging es bei 4° C und Dauerregen mit 69 % Ladung = 174 km RRW weiter. 

Die Tiefgarage „Parking Cathédrale“ im Zentrum von Metz (24 Std. 14,50 €) erreichten sie um 19.20 Uhr mit 61 km RRW. Die im Parkhaus schlecht ausgeschilderte Ladesäule liegt auf Ebene 1, wie sie auf Ebene 3 erfuhren. Eine sehr freundliche und hilfsbereite Aufsicht lotste die Reisenden über die Einbahn-Rampen gegen die Fahrtrichtung auf die richtige Ebene, beide Boxen waren frei. Die Doppel-Ladesäule war vom selben Hersteller/Betreiber wie die in Thaon, aber nach der dort gemachten Erfahrung startete die Ladung schon nach 5 Minuten um 19.28 Uhr mit Freshmile-Pass. Auf der Ladesäule fand sich – allerdings nur auf Französisch – der dringliche Hinweis, Ladebox und -säule nach abgeschlossener Ladung, spätestens aber nach zwei Stunden, freizugeben, einer Bitte, der Wolfgang selbstverständlich später entsprach.

Das „Hôtel de la Cathédrale“ liegt direkt gegenüber der Kathedrale St. Etienne innerhalb einer Häuserzeile wohl aus dem 19. Jahrhundert und besticht insbesondere durch seine absolut zentrale Lage. Die Zimmer der Reisenden lagen im 3. Stock und sind nur über Treppen zu erreichen, bei der Geschosshöhe für manchen schon eine kleine Herausforderung. Sie hatten neue Bäder und waren auch sonst ordentlich, manches andere, z. B. das Treppenhaus, könnte eine Auffrischung vertragen.

Angesichts der vorgerückten Zeit entschieden sich die Reisenden, im hoteleigenen marrokanischen Restaurant "La Baraka" zu speisen. Die nordafrikanischen Speisen – Tajines, Couscous, Spieße, Hauptgerichte 12 bis 16 € – waren erstaunlich mild gewürzt, aber doch passabel, ein algerischer Rosé passte gut dazu, ein paar Süßigkeiten und Feigenschnaps als „digestif“ gab‘s aufs Haus.

Zeitverlust am zweiten Rückreisetag 75 Min.


Der 3. Rückreisetag

Nach zeitigem und ordentlichem Frühstück, allerdings mit Kaffee, den auch Herzkranke sorglos hätten trinken können, erreichten sie mit ein paar Schritten die 800 Jahre alte Kathedrale, die zumindest im Inneren dem Kölner Dom in nicht viel nachsteht und besonders bekannt ist für einige Fenster von Marc Chagall. Geradezu magisch der Moment, als ein kurzer Sonnenstrahl die hoch- und spätmittelalterlichen Buntglasfenster der Südseite des Hauptschiffs zum Leuchten brachte.

Den benachbarten „Marché Couvert“, eine Markthalle voller Feinschmeckerstände, durchstreiften die kulinarisch immer interessierten Reisenden mit großem Vergnügen und erwarben die eine oder andere Köstlichkeit für die Lieben zu Haus. Ein kurzer Gang durch das historische Zentrum und über die Place Saint-Jaques fand sein Ende in einem Hagelschauer. Daher verzichtete Rolf, der eigens deswegen, aber auch im Hinblick auf die weiter bescheidenen Innentemperaturen der Zoé wieder lange Unterhosen angelegt hatte, auf den Marsch zum ca. 1km entfernten gewaltigen Hauptbahnhof, der – in den Jahren 1905 bis 1908 im Stil der Zeit errichtet – aus der Periode stammt, in dem Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich gehörte.

Bei 3° C und mit 255 km RRW brachen die Reisenden um 10.45 Uhr auf, der andauernde Schneeregen ließ für die Eifelpassage mit ihren Höhen über 500 m nichts Gutes erwarten. Diese Gedanken wurden eher noch bestärkt durch die Hinweise auf den über der Fahrbahn angebrachten Leuchtbändern „Adaptez votre vitesse aux conditions météorologiques“ - „Passen Sie Ihre Geschwindigkeit an die Wetterverhältnisse an“, die ab dem Grenzübertritt nach Luxemburg zu lesen waren. Seit dem Knick des Kurses nach Osten auf dem Kirchberg-Plateau wirkte der kräftige Westwind nun als Rückenwind, ein Umstand, der Wolfgang wichtig war.

Nach einer kurzen Pause an der Tankstelle Wasserbillig, wiederum zum Kaffeekauf, erreichten die Reisenden um 12.30 Uhr die deutsche Grenze und 30 Minuten später bei 2° C und mit 93 km RRW die von der Hinfahrt schon bekannte Ladestation der Sparkasse Bitburg-Prüm.

Nach einem Mittagsimbiss im Restaurant „Bit-Stuben“, wo es insbesondere zu Rolfs Freude u. a. gebackene Eifeler Landhähnchen gab,


ging es um 14.27 Uhr mit 93 % Ladung = 230 km RRW weiter, zur Erleichterung der Reisenden mit keinerlei winterlichen Einflüssen auf die Verkehrsverhältnisse. So kamen sie um 16.03 Uhr bei 4° C mit 134 km RRW in Erftstadt-Liblar an, wo sie an der gleichfalls bekannten Discounter-Ladesäule nachluden.


Um 16.40 Uhr brachen sie dort mit 75 % Ladung = 205 km RRW auf und freuten sich, dass Zoés Navi für die Passage Kölns im Berufsverkehr nur 12 Minuten Verzögerung anzeigte, tatsächlich verlief die Fahrt über die A 1 im Kölner Norden mit nur geringer Zähflüssigkeit erstaunlich glatt. Nach insgesamt 2.452 km erreichten sie um 18.34 Uhr mit 82 km RRW Zoés Heimatstandort, wo sie mit einer wunderbaren Gemüsesuppe und einer Käseplatte empfangen wurden und mit dem Rosenwein der Nachbarn aus Barjac auf die glückliche Rückkehr anstießen.


 Reisedauer         

1. Reisetag:  11.30 Std.
2. Reisetag:  13.00 Std.

3. Reisetag:    7.10 Std.
4. Reisetag:   10.10 Std.

5. Reisetag:    7.50 Std.

Zeitverluste insgesamt: 6 Std. + Umweg zu Freunden und Nutzung von Landstraßen (geschätzt): 3 Std.

Kosten für Ladungen insgsamt ca. 50,- € für 2.400 km.

Quintessenz

  • Die Renault Zoé hat die Reisenden stets zuverlässig und ohne Probleme geführt. Auch die Leistung der Heizung war stets ausreichend. Die Möglichkeit, während des Ladens das Auto vorzuheizen, wurde als sehr komfortabel empfunden und klappte zuverlässig. Ein stärkerer Ladestrom wäre sehr nützlich, weil sich dadurch die Ladezeiten deutlich verkürzen ließen. Dies war bei einer früheren Variante der Zoé möglich und ist es nun bei der neuen Version mit noch höheren Strömen, allerdings nur an Gleichstromladestationen.
  • Die Zuverlässigkeit der Ladestationen lässt über weite Strecken in Frankreich (auch in Deutschland, wie Wolfgang auf verschiedenen Reisen erfahren musste) zu wünschen übrig. Man stelle sich vor, Autobahntankstellen würden im großen Umkreis nicht funktionieren und Verbrenner müssten sich abseits der Schnellstraßen Alternativen suchen!
  • Eine winterliche Reise wie diese empfiehlt sich nur, wenn man genügend Zeit mitbringt und die Ladepausen als willkommene Unterbrechung und Erholung ansieht statt als lästiges Übel. Auch sollte man die Ladestationen vorab im Internet auf ihre Funktion und Zuverlässigkeit überprüfen, was allerdings nicht immer mit aktuellen Informationen möglich ist.